Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Ursprung, Arno Stern und die Formulation

 

Vor mehr als 60 Jahren hatte Arno Stern den ersten Malort in Paris eingerichtet und entdeckte dort bei malenden Kindern die dringende Notwendigkeit und umfassende Bedeutung einer freien, herausdrängenden Äußerung innerhalb der beschützenden Wände des Malortes.

Nach diesen ersten Entdeckungen widmete er sich einer umfangreichen bis heute andauernden Forschungsarbeit. Dabei bezog er nicht nur die im Malort entstandenen Bilder ein, sondern begab sich auf zahlreiche Forschungsreisen in entlegene Gebiete.

Die dort lebenden Kinder und Erwachsenen lies er ebenfalls malen und entdeckte so in den Äußerungen der unterschiedlichsten Menschen der Erde immer wiederkehrende Zeichen und Bilddinge.

Darstellungen, die einem inneren unbewußten Bedürfnis entsprangen.Diese einmalige, bisher noch nicht erkannte Äußerung, nannte er die Formulation.

 

"Die Formulation ist die Äußerung dessen, was in der organischen Erinnerung bei der Bildung des Organismus aufgespeichert wurde.

Von diesen so unbeschreiblich wesentlichen Ereignissen kann unser Verstand nicht berichten. Unser Gedächtnis reicht nicht bis in diese Zeit unserer eigenen Vergangenheit hinein."

 

"Die Begegnung mit der Formulation ist ein erfreuliches und folgenschweres Ereignis und soll möglichst vielen Menschen zu einer neuen Sichtweise verhelfen."

„In einem meiner Bücher habe ich die Formulation gezeigt. Ich wollte damit bekanntgeben, dass es wichtig ist, die Beschaffenheit der Spur zu kennen, damit die historische Fehlbeurteilung endlich überwunden wird, mit der allgemein der sogenannten Kinderzeichnung begegnet wird."

Man muss ihr auf eine neue Weise begegnen; und dann verschwindet auch diese ungeeignete Benennung, die sich auf eine gefälschte Äußerung bezieht. Eine Zeichnung besitzt die Eigenschaft zu zeigen. Sie ist für einen erstrebten – zumindest einen möglichen Betrachter bestimmt.

Ja, aber anstatt vorzuspielen, soll doch das Kind spielen – das heißt: seine Spur ungetrübt von jeglicher Erwartung erleben.“

„Erfahrt von der Formulation, dann könnt ihr nicht mehr glauben, das Kind zeichne unzulänglich, es sehe die Dinge noch nicht so richtig wie ein Erwachsener, und ihm mangle es an der Fähigkeit, das Aufgenommene auch regelgerecht wiederzugeben.“

Arno Stern

 

Literaturhinweise:

Arno Stern:

"Die Expression" ;   "Der Malort" ;    "Das Malspiel und die natürliche Spur" ;   „Wie man Kinderbilder nicht betrachten soll“ ; 

„Die Spur – gewesenes Kindsein“ ;  Das Malspiel und die Kunst des Dienens“

 

Mehr zu Arno Stern erfahren Sie unter: www.arno stern.com