Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Der Raum, das Malspiel und die Rolle des Dienenden im Malspiel

Die bildhaft gewordenen Erinnerungen aus der Entstehungszeit des Menschen, von Arno Stern organische Erinnerunggenannt, leben in jedem Menschen. Können sie geäußert werden, ermöglicht dies eine Rückkehr zum eigenen Urprung, zur Erfüllung des eigentlichen Wesens, das, was jeden Menschen in seiner Individualität ausmacht.

Die vertrauen-und schutzgebende Umgebung des Malortes und die um das Geschehen wissende Einstellung und fördernde Haltung des Dienenden im Malspiel schaffen die besonderen Bedingungen, diese Äußerung geschehen zu lassen.

Der Malort ist ein beschützender, Geborgenheit gebender Raum, gänzlich von Einflüssen der umgebenden Welt abgeschirmt. Seine vier Wände sind vom Boden bis zur Decke mit Holzfaserdämmplatten verkleidet und mit starkem Packpapier bespannt. Auf ihnen sind die von den Malenden hinterlassenen Spuren sichtbar, die im Laufe der Zeit ein immer dichter werdendes farbiges Gewebe bilden.

In der Mitte steht der Palettentisch, ausgestattet mit zwanzig leuchtenden Gouachefarben und je 3 hochwertigen Pinseln aus Fehhaarmischung zu jeder Farbe. Die 70 x 50 cm großen, weißen Malblätter werden mit Reißnägeln auf dem Untergrund befestigt. Vor ihnen wird stehend gemalt.

 

 

Diese Örtlichkeit ermöglicht erst das ungestörte Malspiel.

Feste Regeln im Umgang mit den wertvollen Materialien, vereint mit einer ungezwungenen Atmosphäre, bilden eine weitere Grundlage, so dass jeder im Malort ungehindert seine Spur entstehen lassen kann.

Da diese an niemanden, nicht einmal an sich selbst, gerichtet ist, muss sie keine Erwartungen erfüllen und kann aus sich heraus und ohne äußeren Druck geschehen.

 

Die anderen Malenden sind in der Nähe, sie arbeiten ebenso konzentriert und sind doch unbeteiligt an der eigenen Äußerung, denn die entstehenden Bilder werden weder gegenseitig gezeigt, betrachtet, noch besprochen.

Die Bilder verbleiben nach Ende der Malstunde, sorgfältig aufbewahrt, im Malort.

 

Die Person, die die Rolle des Dienenden im Malspiel übernimmt, trägt mit ihrer besonderen, unbelehrenden Haltung Sorge für den ungestörten Ablauf des Malspiels.Dies erfordert große Achtsamkeit auf jeden Malenden, um dessen unbelastete und uneingeschränkte Tätigkeit zu ermöglichen.

Die Entfaltung, die der Mensch im Malspiel erfährt, stärkt sein Selbstbewußtsein und fördert seine Kompetenz in der Beziehung zu anderen.